NonHazCity – Schlüsselfunde der Untersuchung gefährlicher Stoffe

 

Das Ziel des Non-Haz-City Projektes ist es innovative Strategien und Lösungen zur Reduzierung der Emissionen von gefährlichen Substanzen aus städtischen Gebieten zu entwickeln.

Gefährliche Substanzen sind überall in unserem alltäglichen Leben und werden von Unternehmen in großen Umfang in unseren Städten verwendet. So kommt es zu einer Menge von kleinen Emissionen in das Abwassersystem. NonHazCity möchte die kleinen Emittenten direkt ansprechen und versuchen, den Verbrauch gefährlicher Stoffen an der Quelle zu reduzieren. Zielgruppen sind Kommunen, kleine und mittlere Unternehmen und private Haushalte.

Hormonaktive Substanzen

Hormonaktive Substanzen sind eine Gruppe von natürlichen und synthetischen Chemikalien, die natürlich vorkommende Hormone nachahmen oder endokrine Funktionen stören und zu einer Reihe schädlicher Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tierwelt führen. Diese Substanzen stehen im Verdacht, sich negativ auf die Fortpflanzung, die Entwicklung und das Nerven- und Immunsystem auszuwirken:

  • Zu den Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit gehören Entwicklungsstörungen, verschiedene Krebsarten, Entwicklungsverzögerungen bei Kindern, Übergewicht, Gedächtnisprobleme, Diabetes und eine insgesamt geschwächte Immunreaktion.
  • Auswirkungen auf die Tierwelt werden bei der Fortpflanzung und Entwicklung von Fischen beobachtet, einschließlich der Verweiblichung oder Vermännlichung von Meer- und Süßwassertieren.

Produkte und Gegenstände, die im Alltag verwendet werden, enthalten diese Substanzen. Hormonaktive Substanzen wurden in vielen verschiedenen Produktgruppen wie Kunststoffmaterialien, Kosmetika und Körperpflegeprodukten, Reinigungsmitteln, Färbemitteln, Bürobedarf, Spielzeug, Möbeln, Kleidung und vielen anderen gefunden. Diese Substanzen können während der Produktionsphase und durch die Verwendung von Produkten und Artikeln in die Umwelt abgegeben werden. Beispiele sind Alkylphenole, Phthalate, perfluorierte Verbindungen (PFAS), Bisphenol A, Cadmium und viele Pharmazeutika.

NonHazCity-Stichprobenkampagne

Im Rahmen des NonHazCity-Projekts wurde in sechs Gemeinden an der Ostsee (Pärnu, Kaunas, Šilalė, Riga, Gdańsk und Turku) eine Untersuchung von Gefahrstoffen durchgeführt. Bestehende Daten aus Stockholm und Västerås (Schweden) wurden zum Vergleich herangezogen.

Es wurden Abwasserproben aus Wohn- und Industriegebieten, Kläranlagen sowie Regen- und Klärschlammanlagen gesammelt. Die Proben wurden auf das Vorkommen ausgewählter gefährlicher Substanzen untersucht, um lokale prioritäre Substanzen für die weitere Arbeit im Projekt zu identifizieren.

Die Untersuchung zeigte, dass die untersuchten Substanzen in allen Gemeinden in allen Arten von Proben gefunden wurden. Dies bedeutet dass diese Substanzen weit verbreitet sind und aus verschiedenen Quellen stammen.

Einige konkrete Ergebnisse:

  • Metallkonzentrationen liegen meistens innerhalb zulässiger Werte. Dies deutet darauf hin, dass frühere Bemühungen zur Kontrolle der Metallverschmutzung erfolgreich waren.
  • Haushalte sind eine wichtige Quelle gefährlicher Substanzen. Alle analysierten Substanzen wurden in Abwässern aus Wohngebieten, teilweise in hohen Konzentrationen, gefunden.
  • Phthalate und PFAS sind die am häufigsten nachgewiesenen Stoffgruppen in allen Abwassersystemen, und Klärschlamm- und Regenwasseranlagen.
  • Alkylphenole und Bisphenol A wurden in allen Arten von Proben gefunden. Die höchsten Gehalte an Alkylphenolen wurden in Haushaltsabwässern festgestellt, während die höchsten Konzentrationen an Bisphenol A in Proben beobachtet wurden, die in Industriegebieten gesammelt wurden.
  • Hohe Konzentrationen an Pharmazeutika wurden in Haushaltsabwässern und in Abwässern aus Kläranlagen gefunden.
  • Kläranlagen stellen wichtige Wege zur Freisetzung gefährlicher Stoffe in die Ostsee dar, die aus vorgelagerten Quellen Haushalten und Kommunen stammen. Einige Substanzen werden in zu gefährlicheren Stoffe umgewandelt und können negative Auswirkungen auf die Abwasserbehandlung haben.

Unsere Empfehlungen:

  • Maßnahmen, die auf vorgelagerte Quellen abzielen, müssen bei der Reduzierung der Schadstoffemissionen in die Ostsee an Bedeutung gewinnen.
  • Schwermetalle waren in der Vergangenheit ein großes Umweltproblem, aber aufgrund guter Managementlösungen kommen sie heutzutage deutlich weniger vor. Heute sollte der Schwerpunkt auf das weitverbreitete Auftreten von hormonaktiven Substanzen und auf Maßnahmen zur Emissionsminderung dieser Stoffe gelegt werden.

Was können Gemeinden tun?

In NonHazCity werden die lokalen Behörden aufgefordert, geeignete Strategien zur Reduzierung der Emissionen gefährlicher Stoffe zu entwickeln. Gemeinden sind für Schule, Pflege, Verkehr, Straßen- und Parkverwaltung, Bau usw. verantwortlich und können durch fundierte Entscheidungen Einfluss nehmen. Die Kriterien für gefährliche Stoffe müssen in die öffentliche Beschaffungspraxis integriert werden. Die Partnerstädte entwickeln derzeit strategische Aktionspläne für Chemikalien und nähern sich verschiedenen Einrichtungen in ihrer Gemeinde an, um eine saubere alltägliche Umgebung und Umwelt zu schaffen.

Was können kleine und mittelständige Unternehmen tun?

Kleine und mittelständige Unternehmen (KMU) verwenden viele Produkte, die gefährliche Stoffe enthalten. Diese befinden sich zb. in Artikeln, die sie produzieren, in Dienstleistungen, die sie ausführen, oder in der Arbeit ihrer Werkstätten, Büros und Standorte. NonHazCity führt Pilotaktionen mit KMUs durch, um die Reduzierung von Schadstoffemissionen zu fördern – beispielsweise in Friseursalons, Kosmetiksalons, Hotels und Krankenhäusern, Reinigungs- und Reinigungsunternehmen, Autowaschanlagen, Tischlern und anderen kleinen Werkstätten, Druckereien und Copyshops , Baumärkte und viele mehr. Gezieltes Informationsmaterial wird produziert und Kommunikationsmaßnahmen durchgeführt.

Was können Einwohner tun?

Wir verwenden alle alltäglich Produkte in unseren Haushalten, die gefährliche Substanzen enthalten – Waschmittel, Körperpflege, große Kunststoffsorten, Färbemittel, Elektronik. Wir sind uns bewusst, dass einige von ihnen problematisch sind, aber für viele Produkte denken wir nicht an die „Chemikalien“, die sie enthalten. NonHazCity führt in seinen Partnerstädten Kampagnen durch, um die Bewohner auf ihre tägliche chemische Nutzung aufmerksam zu machen und ihnen zu helfen, eine informierte Entscheidung zu treffen, die dann zu einer Verringerung der Schadstoffemissionen aus Haushalten führt.