Wohnklima

 

Mehr als 80% unserer Lebenszeit verbringen wir in geschlossenen Räumen, einen Großteil davon in der eigenen Wohnungen. Ein gutes Raumklima spielt für die Gesundheit deshalb eine entscheidende Rolle.

Erstaunlicherweise ist die Luft in Innenräumen oft stärker mit Schadstoffen belastet, als die Luft im Freien. Der Grund dafür sind unter anderem Möbel, Textilien, Bodenbeläge, Tapeten, Kosmetik und viele andere Produkte, die im Laufe ihrer Nutzung Schadstoffe in ihre Umgebung abgeben. Kleinste Teilchen sammeln sich als Staub am Boden, auf Teppichen und Textilien oder verteilen sich, für uns unsichtbar, in der Luft.

Besonders Babys und kleine Kinder sind dem Hausstaub und den darin enthaltenen gefährlichen Stoffen ausgesetzt. Sie verbringen viel Zeit krabbelnd oder spielend am Boden und erforschen ihre Umgebung, indem sie Dinge in den Mund stecken. Gleichzeitig reagiert ihr Körper oft empfindlicher.  

 

Tipps für ein gesundes Wohnklima

  • Lüften Sie mehrmals täglich, öffnen Sie dabei ihre Fenster weit und schließen Sie sie nach einigen Minuten wieder. Schadstoffe werden so ins Freie getragen. Außerdem beugt man so der Bildung von Schimmel vor. Die Fenster dauerhaft gekippt zu lassen, ermöglicht keinen vollständigen Luftaustausch und verschwendet Heizenergie
  • Staubsaugen und wischen Sie den Boden regelmäßig – aber mit ökologischen Reinigungsmitteln. Türstufen und Raumecken sind oft Quellen von angesammelten Staub und Schmutz
  • Wählen Sie Produkte mit Öko-Siegel. Sogar mit Öko-Siegel ausgezeichnete Produkte sind nicht immer komplett schadstofffrei. Die Siegel garantieren aber, dass bei den Schadstoffemissionen Richtwerte eingehalten werden, die noch unterhalb der gesetzlich zulässigen Grenzwerte liegen
  • Verwenden Sie als Raumduft nur natürliche Produkte und Öle. Benutzen Sie aber auch natürliche Duftstoffe sparsam, Sie reduzieren so die Gefahr allergischer Reaktionen
  • Kaufen Sie Produkte, die in der Europäischen Union hergestellt wurden. Sie werden im Vergleich zu anderen Ländern unter strengeren Umweltauflagen produziert.

Das sollten Sie vermeiden:

  • Verwenden Sie keine Raumdüfte, die künstlich hergestellt wurden. Sie können Kopfschmerzen, Kontaktallergien oder andere Unverträglichkeiten auslösen
  • Rauchen Sie nicht in der Wohnung
  • Verzichten Sie auf Desinfektionsmittel.

Wenn Gesundheitsstörungen den Verdacht auf bedenkliche Stoffe im Raum aufkommen lassen, kann eine Untersuchung des Hausstaubs Klarheit bringen. Suchen Sie einfach nach Organisationen, die Luftanalysen einer von Ihnen genommenen Staubprobe durchführen können, z. B. das Institut für Angewandte Umweltforschung e.V in Oberursel (IfAU), die ALAB GmbH (Analyselabor)

 

Einrichten – Möbel

 

Polstermöbel, Regale und Schränke, Tische und Stühle das alles braucht man um zuhause anheimelnd zu machen. Kunststoffe, Kleber, Lacke und Flammschutzmittel enthalten oft ungesunde Chemikalien, die mit der Zeit in die Luft freigesetzt werden. Komplett schadstofffreie Möbel gibt es nicht, trotzdem kann man mit der Wahl der richtigen Möbelstücke die häusliche Belastung mit gefährlichen Chemikalien deutlich senken.

  • Vollholz-Möbel sind grundsätzlich gesünder als Möbel aus Kunststoff
  • Second-Hand-Holzmöbel enthalten tendenziell weniger Chemikalien, da die flüchtigen Substanzen bereits ausgedünstet sind
  • Vermeiden Sie Polstermöbel, die mit Motten- und Käferschutzmitteln behandelt wurden
  • Informieren Sie sich vor dem Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung, ob Lacke und Lösungsmittel auf Wasserbasis verwendet werden
  • Achten Sie beim Einkauf auf schadstoffgeprüfte Materialien
  • Bevorzugen sie Möbel mit Umweltsiegel wie dem „Blauen Engel“, dem „Goldenen M“ oder den Zertifizierungen „LGA-schadstoffgeprüft“ und „ÖkoControl“
  • Möbel aus der EU unterliegen einer strengeren Regulierung.

Verbraucherzentrallen empfehlen, dass man Möbel unbedingt reklamieren sollte, wenn sie trotz intensiven Lüftens mehr als vier Wochen nach dem Kauf noch einen deutlichen Geruch absondern. Fordern Sie eine Rücknahme vom Händler. Die gesetzliche Gewährleistungsfrist beträgt zwei Jahre.

 

Einrichten – Wohntextilien

 

Wohntextilien machen die Wohnung gemütlich. Das Problem dabei: Für die Herstellung von Bezügen, Teppichen und Gardinen wird eine Vielzahl an chemischen Substanzen verwendet um eine schöne Farbe, eine stabile Form oder Knitterfreiheit zu gewährleisten. Viele davon sind harmlos, einige aber geben ungesunde Ausdünstungen ab, die verschiedene Gesundheitsbeschwerden verursachen können.

Flammschutzmittel und Farbstoffe können das Nervensystem beeinflussen; Weichmacher (besonders oft in Kunststoffteppichen zu finden) und Insektizide können sowohl das Hormonsystem als auch Nieren und Leber schädigen; mit Formaldehyd werden Textilien knitterfrei gemacht – aber  auch Allergien und Hautreizungen verursacht. Formaldehyd steht sogar im Verdacht krebserregend zu sein. Textilien aus Kunststoff sind generell billiger und pflegeleichter, aber sie enthalten sehr oft ungesunde Chemikalien

  • Wählen Sie Textilien aus natürlichen Materialien (Baumwolle, Leinen, Wolle etc)
  • Vermeiden Sie Textilien Eigenschaften wie „bügelfrei“, „knitterfrei“ oder „vor dem Tragen waschen“
  • Vermeiden Sie Textilien mit starken künstlichen Gerüchen
  • Besonders bei sehr billigen synthetischen Textilien sollte man vorsichtig sein!
  • Wählen Sie Teppiche aus Naturfasern, diese sind viel atmungsaktiver
  • Achten Sie darauf, dass die Teppiche keine Weichmacher und kein PVC enthalten
  • Achten Sie auch hier auf Ökosiegel!

Die „Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden“ (GuT) informiert unter www.gut-ev.de über Teppiche, die umweltfreundlich hergestellt werden.

 

Quelle für die Fotos: pixabay.com